Stars in Concert - Lothar Zeißig

DVD, 2005, 22 Minuten

Beitrag von Lothar Zeißig


Das Video zeigt Lothar Zeißig, wie er beim Familientag der Schaltwerke 2005 auf einer Bühne Gitarre spielt. Er spielt Instrumentalstücke von den Shadows, das Werksgelände liegt eben, weit und leer wie die Prärie, die Schaltwerker und ihre Familien sitzen in der Sonne und applaudieren.

Lothar Zeißig hat uns seine musikalische Biografie geschickt, nachdem wir uns mit der Beschreibung der von ihm gespielten Stücke etwas ungeschickt angestellt hatten.

Objekt 52

Nun zur Musik: Ich würde die „Shadows“ in die Rubrik Gitarren-Pop-Instrumentals der 60-er Jahre einordnen. Nebenbei sei angemerkt, dass man diese Musik noch heute in „richtigen“ Radiosendern (nicht die, die immer von sich sagen, dass sie die Besten sind in dieser Stadt; mit viel Werbung! ! ! ), wie z. B. Radio1, Deutschlandradio u.s.w. , hören kann.
Ich spiele seit meinem 15. Lebensjahr Gitarre, habe aber nie Unterricht genommen und kann auch keine Noten lesen. Schon damals war ich ein großer Fan der „Shadows“ und wollte natürlich auch ihre Lieder spielen können! Um ein neues Stück einzuüben, musste ich es mir so lange von einer Originalaufnahme anhören, bis ich es einwandfrei nachspielen konnte. So kam es dann, dass mich 1962 ein ehemaliger Klassenkamerad fragte, ob ich an seiner Schule mit seiner Band bei einer Schulveranstaltung ein oder zwei Lieder vortragen wolle. Das war meine erste Erfahrung live vor Publikum aufzutreten, und zwar mit den Stücken „Apache“ und „Geisterreiter“.
In meinem musikalischen Lebenslauf gibt es einige mehrjährige Unterbrechungen. Weihnachten 1961 bekam ich von meiner Mutter meine 1. Gitarre, eine gebrauchte „Wanderklampfe“, geschenkt. Ich kann heute verstehen, dass viele Leute, die mit einer solchen Gitarre anfangen, nach kurzer Zeit wieder aufhören. Ich war aber nicht davon abzuhalten. Leider wurden dann die Leistungen in der Schule (eigentlich sollte und wollte ich das Abi machen) immer schlechter. Ich musste dann auf „Wunsch“ meiner Mutter das Gymnasium verlassen, um dann am 1.4.63 eine Lehre als Maschinenschlosser bei Siemens zu beginnen.
Im Sommer '63 verzichtete ich auf eine Urlaubsreise und durfte mir stattdessen meine erste elektrische Gitarre, eine Höfner, kaufen. Inzwischen konnte ich schon ein wenig auf der Gitarre spielen. Dann wurde in diesem Jahr auch meine erste Band (The Screamers) gegründet, wo ich die Sologitarre spielte. Überwiegend spielten wir in Jugendheimen, aber auch öfter in Musikkneipen.
Nach großen Unstimmigkeiten mit den Bandmitgliedern verließ ich im Sommer '66 die Band, verkaufte aus lauter Frust mein Musikequipment, beendete meine Lehre und heiratete '68. Im Jahre '69 wurde mein Sohn Andre geboren. Die folgenden Jahre tat sich nichts in Sachen Musik.
1974 kaufte ich mir im Urlaub in Spanien eine 12-saitige Westerngitarre und fing dann zu Hause nur so für mich wieder an zu „klimpern“ . Bis ich dann im Jahr 1976 in einem Aushang eines Musikgeschäftes eine Anzeige las, dass ein Sologitarrist für eine Rock'n Roll-Band gesucht wurde. Ich meldete mich daraufhin und es wurde die Gruppe „Rockomotion“ gegründet. Wir hatten auch ziemlich viele Auftritte in den einschlägigen Szenekneipen, in unserem besten Jahr immerhin 52! Unser Bassist hatte dann irgendwann mal Kontakt zu Tony Sheridan - zur Erinnerung, das ist der 5. Beatle! ! - Nach einigen Gesprächen wurde beschlossen, dass wir mal mit ihm zusammen spielen. Das war für uns natürlich eine große Herausforderung, denn Tony war ja ein Star! Wir hatten dann gemeinsam mehrere Gigs, u. a. bei der damaligen bekannten Großveranstaltung „Mit RIAS in die Ferien“. RIAS war ein Rundfunksender, den es heute nicht mehr gibt. 1982 (in diesem Jahr wurde auch meine Tochter Natascha geboren) verließ uns aus beruflichen Gründen unser Sänger. Sein Weggang leitete den Zerfall der Gruppe ein. Ich habe mich aber mit der Urbesetzung der Band immer toll verstanden. Mit den neuen Musikern lief es überhaupt nicht mehr richtig, woraufhin ich dann die Band verließ und mit anderen Bands Kontakte aufnahm. Aber auch da ging es nicht mehr weiter. 1985 hatte ich wieder diese Frustphase; ich verkaufte alle meine Musikinstrumente und „schmollte“ und wollte nie wieder etwas mit Musik zu tun haben. So hörte ich nur noch Musik über meine HiFi-Anlage. 1992 Trennung, 1994 Scheidung, neue Partnerin kennengelernt, mehrere Wohnungswechsel, 2000 mit Lebensgefährtin zusammengezogen. Und dann fing es wieder an, in den Fingern zu „jucken“ ! Also Gitarre gekauft, und noch eine, und noch eine, und n. . . . . . . . Verstärker gekauft, und noch einen, und noch einen, und n. . . . . . Und viele andere Teile, die man so braucht, um irgendwann mal wieder vor Publikum zu spielen, was ich dann für einige Freunde und gute Bekannte auch getan habe. Inzwischen habe ich mir ein ca. einstündiges Program mit 20 Titeln erarbeitet, das ich z. B. bei einer größeren Veranstaltung (oder privat bei Feierlichkeiten) zusammen mit anderen Interpreten vortragen könnte. Denn ohne Musik ist das Leben nur halb so schön erlebt.